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Russland und Doping



Doping in der Leichtathletik - Russland und die IAAF / Doping in athletics - Russia and IAAF



2014-2016 Die Enthüllungen

Am 3. Dezember 2014 erregte eine TV-Dokumentation der ARD/WDR-Redaktion mit Autor Hajo Seppelt über Doping in Russland hohe Aufmerksamkeit. Der stärksten Nation der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotchi, gemessen an den errungenen Medaillen, wurden umfassende Dopingstrukturen und Korruption bis in höchste Verbands- und Politiker-Kreise vorgeworfen.

>>> Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht

 

Am 1. August folgte eine zweite Dukumentation

>>> Geheimsache Doping. Im Schattenreich der Leichtathletik

 

 






Es blieb nicht bei der Aufdeckung russischer Verhältnisse, sondern es zeigte sich, dass sich das korrupte Netzwerk bis in den Internationalen Leichtathletikverband erstreckte. Es erhärtete sich vor allem der Verdacht, dass von höchster Stelle innerhalb des IAAF Dopingfälle in Russland manipuliert wurden.

 

Nach der ersten Dokumentation zeigte sich die WADA beunruhigt und richtete eine Untersuchungskommission ein, die einen ersten Teilbericht am 9. November 2015 vorstellte.

Ein zweiter Teil, der vor allem Doping- und Korruption innerhalb der IAAF rund um den ehemaligen Präsidenten Lamine Diack zum Thema hatte, wurde erst zurück gehalten, da in Frankreich strafrechtliche Verfahren gegen höchste IAAF-Funktionäre eröffnet worden waren.

>>> WADA, Independent Commission - Report 1

>>>> WADA, Independent Commission - Report 2

 

In Folge der beiden Berichte der unabhängigen WADA.Kommission unter Leitung von Richard Pound beauftragte die WADA im Mai 2016 Richard McLaren, die Dopingstrukturen und Vorgänge in Russland von 2011 bis 1016 geenauer zu untersuchen. Die Ergebnisse sind nachzulesen unter

<blockqquote>McLaren Independent Investigation Report - Part I

McLaren Independent Investigation Report - Part II

>>> Übersetzung ins Deutsche der Zusammenfassungen beider McLarenBerichte, Deutscher Bundestag

 

Die Folgen der Enthüllungen waren erst einmal von bis dato nie da gewesener Konsequenz. In Russland wurde den bestehenden Doping-Kontrollinstanzen die internationale Anerkennung entzogen, leitende Funktionäre mussten trotz heftiger Gegenwehr zurück treten, die russischen Leichtathleten und Leichtathletinnen erhielten ein internationales Startverbot, das auch für die Olympischen Spiele gilt - zumindest wurde ihnen der Start unter der Ägide des Russischen Leichtatheltikverbandes verwehrt. Zudem sah sich das IOC aufgrund vieler Hinweise gezwungen, den internationalen Sportverbänden die Pflicht aufzuerlegen, russische Sportler auf Sauberkeit zu überprüfen bevor sie deren Start in Rio erlauben. Allerdings wurde diese Pflicht sehr unterschiedlich umgesetzt. Letztlich konnte die Russische Mannschaft in großer Stärke antreten. Das IOC selbst hattte damit die Verantwortung abgegeben und weigerte sich Russland von den OS auszuschließen. Es richtete statt dessen zwei eigene Kommissionen ein, die die Vorwürfe überprüfen sollen. Die Überprüfung dauert im Mai 2017 an ....

Im Gegensatz dazu verweigerte das Internationale Paralympische Komittee (IPC) Russland den Start bei den Paralymoischen Spielen 2016.

 

Die IAAF stand vor einem Scherbenhaufen. Lamine Diack werden Manipulationen mit positiven Dopingproben und finanzielle Deals mit Russland zugunsten politischer Einflussnahme im Senegal vorgeworfen. Einige Personen mussten bereits ihre Ämter verlassen, doch Zweifel an der Integrität der verbleibenden wachsen. Kaum glaubhaft scheint, dass langjährige hohe Funktionäre, wie Diack-Nachfolger Sebastian Coe, von all dem nichts mitbekommen haben wollen, zumal er sich zunehmend in Widersprüche verwickelt und sein engster Mitarbeiter Nick Davies seinen Posten mittlerweile seinen Posten räumen musste. So nach und nach kommen Dinge zu zutage, die Sebastian Coe immer weiter belasten. Aber Fragen muss sich auch die WADA, hier insbesondere deren Präsident Craig Reedie gefallen lassen, deutet doch einiges daraufhin, dass er seine Pflichten als Schützer der sauberen Athleten vernachlässigte.

Im Frühjahr 2017 scheint die IAAF am konsequentesten auf die Erkenntnisse über Russland regiert zu haben und zu reagieren.

 

Die Chronologie der Entwicklungen anhand von Presseberichten ist hier aufgelistet:

>>> c4f-Pressechronik der Ereignisse

 



Whistleblower Yulia Stepanova und Vitali Stepanov

Großen Verdienst an den Entwicklungen hatte das Ehepaar Yulia Stepanova und Vitali Stepanov aus Russland. Yulia ist Mittelstreckenläuferin, Vitali arbeitete bei der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA.

 

Beide waren gegenüber dem ARD-Doping-Redaktion unter Leitung von Hajo Seppelt bereit, über ihre eigenen Doping-Erfahrungen und Kenntnisse des russischen Doping-Systems zu berichten. Danach mussten sie fluchtartig ihre Heimat verlassen und fanden in Deutschland Unterkunft. Der unabhängigen Untersuchungskommission der WADA, die nach der TV-Recherche eingesetzt wurde, standen beide ebenfalls zur Verfügung. Sie lieferten wertvolle Informationen. Offenbar deshalb wurde beiden vermittelt, sie seien in Anbetracht der Erkenntnisse des WADA-Berichts in Deutschland nicht sicher. Sie verließen Deutschland, ohne jemanden zu informieren.

Gegenwärtig leben sie in den USA, kaum jemand kennt ihren Aufenthaltsort, selbst ihr Eltern nicht.

>>> die Geschichte der Stepanovs - auch eine Geschichte des Versagens der Sportorganisationen







 

 

Monika


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